Es war schon eine verrückte Beziehung, die meine Jenny und ich unterhielten. Seit jenem ersten Tag vor knapp einem Jahr, als sie zu mir an die Tür gekommen war und mir einen Handjob für meine WLAN-Zugangsdaten gegeben hatte, war ein System aus nachbarschaftlichen Gefälligkeiten und sexuellen Gegenleistungen zwischen uns entstanden. Ich zeigte mich ihr gegenüber als aufmerksamer, hilfsbereiter – und wurde mit intimen Einblicken, vertraulichen Fummeleien und himmlischen Blaskünsten belohnt. Sie hatte mir umgekehrt aus einer finanziellen Klemme geholfen – und ließ sich den Kredit ratenweise mit meinem Zungenspiel an ihrer stets tropfend nassen Muschi zurückzahlen.

Zwischen uns war keine Liebe. Ich mochte sie – und sie mochte mich. Aber da war kein Herzklopfen, wenn wir uns sahen. Es war wirklich eher eine Art Nachbarschaft Plus. Man hilft sich, man leckt sich. So verrückt sich das anhört. Sie hatte einen , der von unserem Treiben keinen blassen Schimmer hatte. Ich war Single und nicht wirklich auf der Suche nach einer Beziehung. Was ich mit Jenny hatte, war schließlich super: eine gut und gern zehn Jahre jüngere Nachbarin, mit der ich hin und wieder sexuelle Aufmerksamkeiten austauschte, ohne Bindung und Verpflichtung.

Das Einzige, was mir fehlte und wonach ich mich sehnte, war die Vollendung unseres besonderen nachbarschaftlichen Verhältnisses. Denn obwohl inzwischen fast ein Jahr vergangen war, hatten wir noch nie „richtig“ miteinander geschlafen. Das war der eine große Wermutstropfen. Was hätte ich nicht darum gegeben, Jenny einmal ficken zu dürfen! Mit ihrem schlanken, wohlproportionierten Traumkörper machte sie mich wahnsinnig. Ein paar Mal waren unsere Liebkosungen schon fast so weit eskaliert. Allerdings – vielleicht wegen ihres Freundes? – war sie dann doch nicht bereit gewesen, diesen Schritt zu gehen. Ich respektierte das. Wenn auch schweren Herzens.

Vom ersten Tag an war das Risiko des Entdecktwerdens immer ein Teil des Kicks unserer nachbarschaftlichen Aktivitäten gewesen. Ich hatte Jenny das erste Mal gleich dort, wo sie stand, an ihrer Wohnungstür geleckt. Sie wiederum liebte es, mir den monatlichen WLAN-Handjob im Treppenhaus an der Schwelle zu meiner Wohnung zu geben. Wie durch ein Wunder hatte uns dabei bislang kein beobachtet. Die alte Frau Winkelmeyer, die mir gegenüber wohnte, hörte und sah schon nicht mehr sehr gut. Selbst, wenn sie durch den Türspion geschaut hätte, was sie nur dann tat, wenn es tatsächlich bei ihr klingelte, hätte sie kaum ausmachen können, was da ein paar Meter entfernt geschah.

Nach einem Jahr passierte es dann aber doch. Jenny und ich wurden beobachtet. Und zwar von Susi.

Susi war eine neue Nachbarin, die vor zwei Monaten in die Wohnung unter mir eingezogen war. Susi hieß eigentlich Susanne, aber den Namen mochte sie nicht. Sogar auf ihrem Klingelschild stand Susi als Vorname. Sie war eine junge Musikstudentin von höchstens 19 Jahren. Dass sie Musikstudentin war, konnte ich zunächst nur vermuten. Jedenfalls hörte ich sie oft stundenlang und bis tief in den Abend am Piano üben. Sie war gut, aber noch lange nicht perfekt. Ich ertrug ihr Klavierspiel mit Fassung. Aber manchmal nervte es doch, vor allem wenn sie die gleiche Passage wieder und wieder und wieder durchging.

So laut Susi bisweilen am Klavier war, so leise waren ihre Schritte auf der Treppe. Ich habe sie wirklich nicht heraufkommen gehört. Jenny war gerade damit beschäftigt gewesen, mir den besagten monatlichen Handjob zu geben – als Gegenleistung dafür, dass sie weiterhin meinen WLAN-Anschluss mitbenutzte.

Dabei waren wir inzwischen viel vertrauter als noch vor zwölf Monaten. Wir standen nicht einfach nur so da, während sie meinen Schwanz rieb. Nein, aus dem Handjob war ein richtiges Liebesspiel geworden, bei dem wir die Köpfe zusammensteckten und uns tief und eindringlich in die Augen sahen. Ich küsste sie. Sie schnappte im Scherz mit ihren Zähnen nach meiner Nasenspitze. Wir lachten und streichelten uns. Ich strich wie selbstverständlich mit meinen Händen über ihre Brust. Unter ihrem T-Shirt trug sie keinen BH. So konnte ich in meinen Handflächen deutlich ihre spitz aufgerichteten Nippel spüren. Gleichzeitig merkte ich, wie sie mit der freien Hand nach meinem Hintern griff.

Ich sah das Funkeln in ihren Augen. Jennys Wangen hatten sich gerötet, ihr Atem war schneller geworden, was nicht nur an der zügigen und festen Bewegung lag, mit der sie mir einen runterholte. Sie biss sich auf die Unterlippe. Ein, wie ich mittlerweile wusste, klares Anzeichen dafür, dass sie von dem, was wir hier taten, mindestens ebenso stark erregt war wie ich.

Wir waren so sehr miteinander beschäftigt, dass keiner von uns auf das leise Geräusch achtete, das von der Treppe herkam.

Aus dem Augenwinkel wurde ich jedoch einer Bewegung gewahr. Susi war wohl auf dem Treppenabsatz um die Ecke gebogen – und dann schnell zurückgewichen. Es dauerte einen Moment, bis ich den Schock verdaut hatte und klar begriff, wer uns da gesehen hatte. Kurz wendete ich den Kopf. Susi kauerte etwas unterhalb des Treppenabsatzes und lugte durch die Stäbe des Geländers zu Jenny und mir herauf.

„Jenny…“ wollte ich meine Gespielin leise auf die Zuschauerin aufmerksam machen.

Doch Jenny lächelte nur. Sie konnte die Nachbarin zwar nicht sehen, sie hatte jedoch wohl an meiner Reaktion gemerkt, dass wir nicht mehr allein waren.

Ich griff rasch nach meiner Jogginghose und wollte sie hochziehen. Doch Jenny hielt mich zurück. Tatsächlich ging sie nun sogar vor mir auf die Knie – und schloss ihre Lippen um meinen Schwanz. Dabei drehte sie sich so, dass die Zuschauerin, die sich wohl immer noch unbemerkt glaubte, einen guten Blick auf das Geschehen erhielt.

Ich wollte zunächst noch etwas sagen, doch ich verkniff es mir. Dank des unerwarteten Publikums hatte ich ein Upgrade vom Hand- zum Blowjob erhalten. Darüber wollte ich mich nun wahrlich nicht beschweren. Ich vermutete, dass Jenny von Anfang an davon geträumt hatte, dass so etwas mal passieren würde. Ihr Gesicht war nun tiefrot vor Erregung. Und auch ich selbst genoss den neugierigen Blick der Nachbarin mehr als ich es zuvor für möglich gehalten hätte.

Eine junge Stundentin sah dabei zu, wie eine gleichfalls junge und attraktive Nachbarin mir, einem völlig durchschnittlichen Typen, richtig schön einen blies. Das war wahrlich ein mehr als geiles Erlebnis! Nun, da wir ohnehin schon Publikum hatten, ließ ich meinen Empfindungen freien Lauf – und signalisierte ungehemmt, wie schön die Dinge waren, die Jenny da mit meinem Schwanz anstellte.

Sie knutschte und lutschte meinen Pimmel, saugte an ihm und ließ mich zwischendurch zärtlich ihre Zähne spüren. Dann spielte sie auch schon wieder mit der Zunge an meiner Eichel und fuhr mit einer hauchzarten Bewegung über meinen Schlitz. Die Gefühle, die sie mir bereitete, waren einfach unbeschreiblich!

Als ich Jenny mit einem besonders lauten Stöhnen bedeutete, dass ich dem Höhepunkt nahekam, da tat sie etwas Unerwartetes. Statt mir weiter einen zu blasen, nahm sie meinen Schwanz aus dem Mund und machte mit der Hand weiter. Ich wäre darüber wohl enttäuscht gewesen, wenn sie nicht gleichzeitig den Mund weit aufgerissen und ihre Zunge herausgestreckt hätte. Natürlich! Susi sollte genau beobachten können, wie ich ihr den Mund spritze. Wie in einem Porno.

Ich hatte diesen Gedanken kaum zu Ende gedacht, als es mir auch schon mit ungeheuerem Druck kam. In drei kräftigen Schüben schoss mein Sperma heraus. Ein Spritzer landete auf ihrer Wange, der Rest fand jedoch seinen Weg in ihre Mundhöhle. Der Anblick, wie sich Jenny nach meiner Samenflüssigkeit geradezu verzehrte, steigerte mein orgastisches Glücksgefühl ins Unermessliche.

„Mhmmmm“, ließ sie sich meinen Saft genüsslich auf der Zunge zergehen, bevor sie ihn schließlich weithin sichtbar herunterschluckte. Natürlich ließ sie es sich nicht nehmen, umgehend auch meine Schwanzspitze abzulecken. Mit dem Finger strich sie sich mein Sperma von der Wange und leckte es ab. Nicht ein Tropfen meines Samens wurde vergeudet.

Ich konnte nicht anders. Ich ließ mich nun ebenfalls auf die Knie sinken und küsste sie.

„Du bist die geilste Frau, die je auf diesem Planeten gelebt hat.“

Sie strahlte über das ganze Gesicht.

„Ach was, so was tun Nachbarn nun mal füreinander.“

Beide erinnerten wir uns in diesem Moment an unser Publikum. Wir schauten zur Treppe herüber, wo wir Susis Kopf verschwinden sahen – und dann ihr schnelles Getrippel die Stufen hinab hörten.

„Hoffentlich beschwert sie sich nicht bei der Hausverwaltung“, meinte ich.

„Glaube ich nicht“, schüttelte Jenny den Kopf. „Ich wette, es hat ihr gefallen, uns zuzuschauen. Sonst wäre sie nicht so lange dabeigeblieben.“

Da hatte sie wohl Recht.

Jenny selbst war von dem Geschehen so sehr aufgegeilt worden, dass sie sich umgehend von mir lecken lassen wollte. Dafür gingen wir jetzt allerdings zu mir in die Wohnung, wo sie es sich auf meinem Sofa bequem machte. Eigentlich hatte Jenny mich vor ein paar Wochen wissen lassen, dass mein „Schuldendienst“ beendet sei.

„Ich käme mir ja sonst wie ein Kredithai vor“, hatte sie gesagt. „So sehr mir Deine göttliche Zunge auch fehlen wird.“

„Vielleicht“, hatte ich erwidert, „ergibt sich ja mal eine andere Gelegenheit, bei der ich wieder in Deine Schuld gerate.“

An dieses Gespräch dachte jetzt aber keiner von uns beiden. Jenny brauchte es. Und ich war nur all zu gerne bereit, es ihr zu besorgen.

Natürlich ging mir durch den Kopf, die Chance zu ergreifen und endlich mal richtig Sex mit ihr zu haben. Doch ich hielt mich zurück. Ich wollte sie nicht überrumpeln. Ich wollte, dass sie mit mir fickt – aus dem Entschluss heraus, mit mir zu ficken.

Nachdem ich Jenny zu einem inbrünstig herausgeschrienen Orgasmus geleckt hatte, kam ihr langsam in den Sinn, dass sie mir jetzt eine Gegenleistung schuldig war.

„Wie kann ich das nur gutmachen?“ fragte sie, immer noch schwer atmend.

Ich lächelte. „Dir wird bestimmt etwas einfallen.“

Da lächelte auch sie. „Bestimmt.“ Sie sah mich eine Weile schweigend an – und ich hätte schwören können, dass sie sich in ihrem hübschen Köpfchen einen Plan zurechtzulegen begann.

Am nächsten Tag begegnete mir Susi im Treppenhaus. Und es hatte fast etwas von einem Zeichentrickfilm. Ich kam gerade die Treppe von unten herauf, als sie um die Ecke bog. Kaum hatte sie mich erblickt, machte sie auch schon auf dem Absatz kehrt – und floh mit hochrotem Kopf die Treppe nach oben. Mit einem Tempo, das mich unwillkürlich an den Road Runner denken ließ. Hätte sie dabei noch „Miep, miep“ gerufen, hätte es mich nicht weniger verblüfft.

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder verwundert die Stirn runzeln sollte. Okay, die Situation war sicherlich etwas peinlich, nachdem sie Jenny und mich bei unseren Vergnügungen beobachtet hatte. Trotzdem kam mir Susis Reaktion doch arg übertrieben vor. Wollte sie nun ständig vor mir die Flucht ergreifen?

Knapp eine Woche verging, bevor sich unsere Wege erneut kreuzten. Und diesmal konnte sie nicht so ohne Weiteres abhauen. Im Keller hatten wir eine Waschküche, in der für die drei Waschmaschinen und ein Wäschetrockner aufgestellt waren. Susi holte gerade ihre Bettwäsche aus einer der Maschinen, als ich mit einem Haufen getragener T-Shirts durch die Tür trat.

„Hallo“, begrüßte ich sie. Sie schrak sichtlich zusammen.

„Tut mir leid, ich wollte Sie nicht erschrecken“, entschuldigte ich mich. Sie sah mich mit einem Blick an, den man in der Regel Kaninchen zuschreibt, die ein Auto auf sich zufahren sehen. Kein Wort brachte sie heraus.

Fieberhaft überlegte ich, wie ich das Eis zwischen uns brechen konnte. Dabei fiel mein Blick auf ihre Bettwäsche.

„Cool, Star Wars!“ rief ich überrascht. Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass meine junge Nachbarin mit Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi zu Bett ging. Das war jedenfalls das Motiv ihres Bettbezugs.

„Die hab ich noch von früher“, sagte sie. Sie war verlegen, das konnte man deutlich spüren. Aber immerhin war das Schweigen gebrochen.

„Muss Ihnen nicht peinlich sein“, beruhigte ich sie und kramte aus meinen Sachen ein T-Shirt mit dem „Torchwood“-Logo hervor. „Wir Geeks sind hier unter uns.“

Ihre Mine hellte sich auf. Noch kein Lächeln. Aber ihre Gesichtszüge entspannten sich.

„Tragen Sie das wirklich?“ wollte sie wissen.

„Wieso? Meinen Sie, dass ich dafür schon zu alt bin?“ lachte ich.

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich dachte nur nach der furchtbaren letzten Staffel..“ Für einen Augenblick dachte ich, bei ihr fast so etwas wie ein Augenzwinkern zu sehen.

„Das müssen Sie nach den letzten „Star Wars“-Filmen gerade sagen!“ entgegnete ich mit gespielter Empörung.

Jetzt. Auf ihrem Gesicht erschien tatsächlich ein Lächeln. Und zum ersten Mal fiel mir auf, dass Susi ein wirklich hübsches Mädchen war, wenn sie einmal ihren verschüchterten Blick ablegte. Sie war kleiner als Jenny – und hatte auch eine etwas flachere Brust. Von den Proportionen her passte das aber sehr gut zu ihr. Mit ihren kurzen, fast etwas jungenhaft geschnittenen schwarzen Haaren und der süßen Stupsnase im Gesicht war sie der Inbegriff des Mädchens von nebenan.

Ich ging zu einer freien Maschine herüber und warf meine Sachen in die Trommel. Dabei hielten Susi und ich noch ein kleines Schwätzchen unter Science-Fiction-Fans ab. Ich war froh, dass der Vorfall von letzter Woche vergessen schien – und wir nun unbeschwert miteinander reden konnten. Ganz vergessen war er dann allerdings doch nicht. Susi hatte ihre Sachen in den Wäschekorb gepackt – und war eigentlich schon dabei, sich zu verabschieden. Als sie sich an der Tür doch noch mal zu mir umwandte.

„Ich hab nicht spannen wollen. Wirklich nicht.“ Sie sprach ganz leise. Ich schaute mich überrascht zu ihr um.

„Als ich vom Einkaufen zurückkam, hab ich so komische Geräusche gehört und wollte nur nach oben gehen, um nachzusehen“, erklärte sie weiter.

„Und als Sie wussten, was es war?“

Susi schluckte. Und wurde wieder rot.

„Da konnte ich nicht wegsehen.“

Die junge Frau schaute zu Boden. Irgendwie war es schon niedlich, dass SIE sich wegen der Sache im Treppenhaus schuldig fühlte. Aus einem Impuls heraus hätte ich sie fast in den Arm genommen.

„Nicht schlimm“, beruhigte ich sie. „Wir sind doch alles Erwachsene hier im Haus.“

Sie schaute auf, sagte aber nichts.

Ich beschloss, einmal ganz kühn nachzuhaken. „Hat es Ihnen denn gefallen?“

Susi errötete noch mehr, murmelte ein „Ich muss los“ – und schon war sie durch die Tür verschwunden. Das reichte mir als Antwort. O ja, es hatte ihr gefallen. Ich wusste selbst nur noch nicht so recht, was ich mit dieser Erkenntnis anfangen sollte. Wenn ich denn überhaupt etwas mit ihr anfangen wollte.

Jedenfalls geschah etwas ganz Seltsames: Seit meinem Gespräch mit Susi in der Waschküche kreisten meine Gedanken mehr um sie als um Jenny. Das blieb Letztgenannter nicht verborgen.

„Bist Du scharf auf sie?“ fragte sie, nachdem ich ihr bei der Montage eines neuen Duschvorhangs geholfen hatte – und sie mich bei der Erstbenutzung zuschauen ließ.

„Scharf auf wen?“

„Susi.“

„Quatsch“, widersprach ich, nicht ganz überzeugend. „Sie geht mir doch ständig aus dem Weg, wo sie nur kann. Nicht mehr so fluchtartig wie am Anfang, aber trotzdem.“

„Das“, lächelte Jenny, während sie aus der Dusche kam und nach ihrem Badetuch griff, „ist noch keine Antwort.“

War es nur der Wasserdampf oder das Gefühl, ertappt worden zu sein? Jedenfalls spürte ich deutlich, dass ich etwas rot wurde.

„Scharf, was heißt scharf?“ druckste ich herum. „Sie ist schon irgendwie süß…“

„Nur irgendwie?“

Ich ahnte, dass Jenny etwas im Schilde führte, so wie sie mich ausfragte. Ich hatte nur keine Vorstellung was. In ihrem Ausdruck lag keine Eifersucht. Eher eine stille Belustigung.

„Na gut, ich finde sie süß“, räumte ich ein, während sich Jenny mit dem Handtuch trocken rubbelte. „Aber das ist ohne Bedeutung. Weil sie doch ständig türmt, wenn sie mich sieht. Macht sie das bei Dir nicht? Immerhin hat sie damals uns beide im Treppenhaus gesehen.“

Jenny unterbrach das Abtrocknen für einen Moment.

„Ach, das gibt sich mit der Zeit“, war sie überzeugt.

Tatsächlich bemerkte ich in den folgenden Wochen, dass sich Jenny mehr und mehr mit Susi anzufreunden begann. Offenbar hatte sie einen Weg gefunden, die schüchterne junge Frau zutraulich zu machen. Jedenfalls sah ich die beiden immer häufiger zusammen auf der Straße oder auch mal beim Einkaufen in der Stadt. Und ich hörte, wenn bei mir das Fenster offen stand, die beiden Frauen zusammen schwatzen und lachen. Entweder in Jennys oder in Susis Wohnung. Ein bisschen wunderte ich mich schon darüber, weil mir die beiden kaum etwas gemein zu haben schienen.

Ich selbst hörte von Susi mehr als ich von ihr sah. Wegen einer wichtigen Prüfung (das wusste ich von Jenny) übte meine Nachbarin mehr als sonst am Klavier. Manchmal sogar noch um 1 Uhr morgens. Ihr Spiel wurde besser und besser. Aber natürlich störte es manchmal schon ein wenig. Beim Fernsehen. Oder auch beim Einschlafen. Beschweren gehen wollte ich mich jedoch auf keinen Fall. Ich wusste aus eigener Erfahrung, wie schwer es für Studenten sein konnte, eine geeignete Wohnung zu finden. Außerdem wollte ich ihrem Prüfungs- nicht auch noch Nachbarschaftsstress hinzufügen. Einzig Jenny gegenüber erwähnte ich dann und wann, dass mir das „Geklimper“ etwas viel wurde.

Sie sagte darauf nichts, sondern schaute mich nur mit einem eigenartigen Blick an. Der gleiche Blick, den sie schon nach dem Treppenhaus-Vorfall aufgesetzt hatte.

Eines Abends nun klingelte es bei mir an der Tür. Jenny und Susi standen gemeinsam davor.

„Susi möchte Dir etwas sagen.“

Ich war zunächst ziemlich perplex, hatte ich doch überhaupt nicht mit dem Besuch der beiden jungen Frauen gerechnet. Gespannt schaute ich von der einen zur anderen Nachbarin. Susi wirkte aufgeregt, aber keineswegs mehr so schüchtern wie bei unseren früheren Begegnungen.

„Es tut mir so leid“, fing sie an, „dass ich Sie mit meinem Klavier störe.“

Aha, darum ging es also.

„Vielen Dank“, sagte ich, „Aber machen Sie sich keine Gedanken. Ich weiß doch von Jenny, dass Sie bald Prüfung haben.“

„Das ist sehr nett von Ihnen, Herr Degler.“

„Christoph, nenn ihn ruhig Christoph“, ermutigte Jenny sie.

„Das ist sehr nett von Ihnen, Christoph“, wiederholte Susi, eine Spur zu hastig.

Jenny und ich lachten. Und auch Susi musste über ihren nervösen Schnitzer lachen. „Ich meinte, nett von Dir, Christoph.“

Sie hatte so ein süßes Lachen. Ich merkte in diesem Augenblick gar nicht, wie mein Herz einen kleinen Sprung tat.

„Das ist doch selbstverständlich“, erwiderte ich.

„Überhaupt nicht“, widersprach Susi mir. „Du weißt ja gar nicht, wie viel Ärger ich schon in meiner letzten Wohnung wegen des Klaviers hatte! Wie viele Leute sich beim über mich beschwert haben. Ihr beiden seid die freundlichsten und verständnisvollsten Nachbarn, die ich je hatte! Ich kann Dir gar nicht sagen, wie dankbar ich Dir bin!“

Ich hatte Susi, die stets so verschüchterte Nachbarin, noch nie mit so fester Stimme und voller Überzeugung sprechen hören. Tatsächlich hatte sie es damit geschafft, mich in Verlegung zu bringen. Überwältigt vom Zeugnis ihrer Dankbarkeit wusste ich im Moment nichts zu antworten, außer etwas hilflos mit den Armen zu rudern, was ein „Gern geschehen“ zum Ausdruck bringen sollte.

Es war Jenny, welche nun das Wort ergriff.

„Ich hab Susi davon erzählt, wie wir uns als Nachbarn unsere Dankbarkeit untereinander zeigen. Einmal hat sie das ja sogar selbst beobachtet…“

Ich blickte sie überrascht an. Langsam begann mir etwas zu dämmern.

„Sie haben mich… Du hast mich doch gefragt, ob es mir gefallen hat“, sagte Susi.

„Und?“ hakte ich nach, als sie nicht weitersprach.

„Es hat mir gefallen.“ Ihre Stimme war wieder etwas leiser geworden. Aber die junge Frau widerstand dem Impuls, zu Boden zu blicken. Sie hielt den Augenkontakt zu mir. „Es war so schön zu sehen, was Ihr beide da gemacht habt. Ich bin davon ganz geil geworden.“

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