Soooo. Nachdem die 2. Geschichte wie ja bemerkt zur Charakterisierung diente,

Teil2: http://german.literotica.com/stories/showstory.php?id=300223

jetzt das fulminante Ende des Dreiteilers ;)

Viel Spaß beim lesen, das Schreiben hats zumindest gemacht ;)

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„Wegen Sarah und Maria.“

„Jaaaaaa?“, fragt Tom langgezogen.

„Ich habe einen Plan.“

:::::::: Teil 3

Die nächsten Tage stellten wir eine Liste mit dem Großteil der Clubs dieser Stadt zusammen. Wir kamen auf sechsundzwanzig exklusive der Clubs/Bars die wir besuchten. Der schwierigere Part daran war unsere Freunde zu überreden mitzuhelfen diese abzuklappern. Ein Foto der Beiden hatte ich besorgt. Detektivartig hatte ich sie vor ihren Häusern abgepasst. Tom hätte ich es zugetraut dass er auf sie zurennt und sie ansprechen würde.

Nach zwei Wochen wussten wir wann und wo sich die Beiden rumtrieben. Tom verfolgte das mit einem Zähneknirschen. Ihm ging das alles viel zu viel zu langsam.

Dann begannen wir langsam. Das erste Mal an einem Mittwoch im Sundance-Club. Eher am Rand der Stadt. Großraumdisco. Wir kamen, sahen sie und ignorierten sie. Ich hatte es Tom schon vorher einige Male minutenlang eingebläut. Trotzdem war ich mir nicht sicher ob er durchielt, aber er machte keine Regung als er sie sah. Sie taten es uns gleich. Kein Kopfnicken, kein Aufblitzen des Erkennens in den Augen.

So ging das mehrere Male. Wir zogen unsere übliche Tour ab. Suchten uns zwei Frauen und schleppten sie ab immer bewusst dass auch Sarah und Maria da waren.

Es war ein Mittwoch.

Steve ein Studienkollege von mir ist gerade aufs Klo unterwegs und ich nippe an meinem Bier.

Ich lasse meinen Blick durch die Disco schweifen und er bleibt an einer Person hängen.

Maria!

Sie kommt direkt auf uns zu, besser gesagt direkt auf mich. Es wird mir heiß. Die Hände vergrabe ich schnell in den Hosentaschen.

Ihr Blick: eisern und fest. Kurz vor mir macht sie halt, öffnet den Mund und

„Warum“, fragt sie.

Ich habe die Frage erwartet. Genauer gesagt haben Tom und ich die letzten Woche all dies nur wegen dieser einen Frage gemacht, oder eher wegen der Situation. SIE ist es die das Schweigen bricht, SIE ist es die den ersten Schritt macht. Jetzt nur nicht zu lange zögern. Zu viel hängt von meiner Antwort ab.

„Hier ist einfach ein besseres Jagdgebiet“, geb ich unsicher zurück. Verdammt, das wollte ich nicht sagen. Scheisse!

Sie starrt mich an, zwei, drei, fünf Sekunden. Dann ein kurzes Kopfschütteln. Sie dreht sich um und geht. Habe ich das Falsche gesagt? Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Vermutlich. Scheisse, das war es. Das Atmen fällt mir plötzlich unsagbar schwer. Mir wird etwas schwindelig.

Ich überlege fieberhaft.

Wahrscheinlich weiß sie genau, dass wir nur an Abenden unterwegs waren an denen sie sich auch blicken ließen. Ich schlucke bitteren Speichel hinunter. So blöd waren sie nicht um sich umzuhören und sie kannten in diesen Clubs bei weitem mehr Leute als wir. Würden sie plötzlich in unseren Discos aufkreuzen würd ICH DAS SELBE TUN.

Ich blicke mich suchend nach Tom um. Der hängt mit einem Studienkollegen über einem Kübel Cappy Wodka. Ich wollte es ihm nicht sagen. Musste es aber. Ich sauge tief die Luft der Disco ein, atme sie aus und steuere auf ihn zu.

Zweimal klopfe ich ihm auf die Schulter, bis er reagiert und den Kopf zu mir dreht.

„Waaaasssssuuuuupppp?“, fragt er mich. Aus ihm spricht eher die Laune als der Alkohol. Er sieht meinen Gesichtsausdruck und seine Grimasse gefriert. Er weiß bereits was kommt.

„Es tut mir leid“, presse ich zwischen den Lippen hervor. Für ihn war es um einiges härter, da er im Gegensatz zu mir nicht der ruhige sondern der impulsive Typ ist. Der, der erst macht und dann erst nachdenkt. Er war auch der der mich am Anfang immer mitgeschleppt hat, um mit zwei Frauen zu flirten. Dammit. Mit meinem Instinkt und der Redegewandtheit und seinem Charm und Mut haben wir uns immer gut durchgeschlagen.

Ob er mir die Freundschaft kündigt?

„Was ist passiert“, fragt er.

„Sie hat mit mir geredet“, antworte ich, schlucke. „Ging nach hinten los.“

„Aber..“

„Vergiss es einfach. War sowieso ne blöde Idee mit den Beiden. Wenigstens hatten wir etwas Spaß in der Zeit. Ich muss jetzt nach Hause.“

Ich drehe mich um und gehe bevor er etwas erwidern oder mich aufhalten kann.

Was habe ich mir bloß dabei gedacht? Was denke ich mir bloß dabei? Anatomisch gesehn ist sie auch nur eine Frau wie jede Andere, eine Frau wie viele andere. Maria. Ich schlucke, doch es bringt nichts. Noch immer der bittere Geschmack im Mund. Nachdem ich meine Jacke geholt habe, bewege ich mich Richtung U-Bahn. Es ist noch weit vor Betriebsschluss als sich die Türen öffnen.

Wie sie den Kopf geschüttelt hat, dabei die Stirnfransen von links nach rechts über ihre Stirn flogen und dabei kurz ihre Augen verdeckten. Dennoch, es war der einzige Weg. Nun hieß es runterschlucken und vergessen. Wunden verheilen auch wenn sie wohl die erste war die mir eine Narbe hinterließ. Dabei kannte ich sie kaum.

Meine Haltestelle verpasste ich, wollte ich verpassen, was auch immer. Die Nacht schlug ich mir mit einigen Flaschen Bier und einem Onlinespiel um die Ohren. Zu groß die Angst vor den Gedanken beim Versuch einzuschlafen. Erst gegen acht Uhr morgens als ich schon zwei Mal fast im Sessel weggenickt war, war ich mir sicher sofort einzuschlafen, würde ich erstmal im Bett liegen.

Und dem war auch so, keine lästigen Gedanken an Maria, der Schlaf umhüllte mich schützend wie ein Mantel. „Hoffenlich keine Träume von ihr“, war mein letzter Gedanke.

Die nächsten Tage war ich kaum auf der Uni. Tom hab ich ein zwei Mal versucht zu erreichen, aber kein Erfolg. Ich konnte es ihm nicht verübeln, hatte ich ihm doch versprochen dass der Plan funktionieren würde.

Dieser Scheiß biologische Trieb jemanden zu finden. Diese Scheiß Sucht nach dem guten Gefühl. Diese ewige Endorphinpiraterie. Singt nicht schon Conor Oberst: „Love is an excuse to get hurt and to hurt.“

Das Bier floß, das Selbstmitleid floß.

Eine Woche später.

Das Handy klingelt. Toms Name leuchtet auf dem Display. Ich ringe kurz mit mir, hebe dann doch ab.

„Hey“, kommt von ihm.

„Mmmm“, murre ich nur zurück.

„Bock heute fortzugehn“, fragt er.

„Hmmm,“ mache ich. „Nicht wirklich.“

„Aber die Jungs machen heute ihren alljährlichen Männerabend und lassen die Frauenzimmer zuhaus. Das dürfen wir uns doch ned entgehen lassen.“

Recht hatte er schon. Mit den Jungs saufen wie früher. Nostalgische, wenn man sie so nennen durfte, Gefühle steigen in mir hoch. Warum auch nicht.

„Wann“, frage ich.

„Och um sieben beim Martin vorglühen.“ Die gute Laune die in seiner Stimme mitschwingt stößt bei mir auf Unverständnis. Wobei, wer öfters auf die Nase fällt, gewöhnt sich an die Schmerzen.

„K, ich bin da“, geb ich zurück.

Ich seh mich in meinem Zimmer um. Überall liegt schmutziges Gewand rum. Aufn Boden Taschentücher, Papierschnipsel und sonstige organische Dinge. Seufzend stehe ich auf und reiße das Fenster auf.

Es ist lau, der Frühling grüßt. Schnell hab ich aufgeräumt, die Essensreste versorgt und das Zimmer nach Staub gesaugt. Ich suche in meinem Kleiderschrank nach sauberen Anziehsachen finde aber nicht mehr allzuviele und nix wirklich passendes. Aber egal, saufen war angesagt und da hatte ich mittlerweile Übung drinnen, grins ich in mich hinein.

Angefangen wurde akkurat. Bier ein paar Cola-Rum, natürlich gut gemischt. Dazu Poker. Zwar nicht um viel Geld, aber man schwamm mit der Texas Hold´Em Welle mit und es machte ja auch Spaß.

Danach machen wir uns auf ins Clumsys, eine unserer Stammdiscos. Dreistöckig wie so viele Discos. Im Keller die Disco, ebenerdig die Bar und oben Couches und Tische mit Shishas zum chillen.

Wir sind grad am zweiten oder dritten Bier und unterhalten uns über die Southpark Folge vom Vortag und über das nette „Trollt Euch — T „ als…

„Gugg mal wer da kommt.“ Tom gibt mir einen Stoß in die Seite.

Mein Blick wandert auf die Tür: Maria und Sarah. Mir bleibt die Luft weg. Schnell wende ich den Blick ab.

„Aber, aber…“

„Was die Beiden wohl hier machen“, grinst Tom.

Sind sie hier wegen uns?

Blödsinn!

Die erste Hoffnung in mir verfliegt.

„Sicher nur Zufall.“

„Aber normal sind die doch nie hier“, erwidert Tom.

„Hmmmm.“

Ich widme mich wieder meinem Bier, und dem Gespräch. Tom schüttelt den Kopf.

„Aber… die sind sicher wegen uns hier!“

„Abgehakt.“

Tom setzt an etwas zu sagen aber ich mache eine abweisende Handbewegung und er schließt den Mund wieder.

Maria. Was treibt sie nur für ein grausames Spiel. Reicht es ihr nicht mir zu zeigen, dass sie die Stärkere ist? Muss sie mich auch noch hierher kommen um mich zu verhöhnen. Sie nehmen an der Bar gegenüber auf zwei Hockern Platz mit dem Rücken zu uns.

Ich setze die Flasche an und trinke das Bier auf einen Zug aus. Es schmeckt grässlich aber ich brauche es. So saßen sie noch zirka eine halbe Stunde dort und tranken Tom versuchte mehrmals mich zu überreden sie anzusprechen, aber als ich ihn anfuhr er solle doch selber hingehen war er plötzlich ruhig. Etwas Stolz hatte ich noch und so waren sie nach der halben Stunde verschwunden.

Die Nacht schlief ich wohl gut. Am nächsten Tag gegen elf wachte ich auf und hängte mich an die nächste Wasserflasche um die Nieren durchzuspülen. Alles in allem war es witzig, wäre nur Maria nicht aufgetaucht.

Es läutet an der Tür. Moah, echt um diese Zeit. Es läutet nochmal. Langsam, Fuß hinter Fuß trabe ich zur Tür, mache sie auf: Niemand da. Grrrrr. Dennoch vor der Tür ein Brief. Bin ich gestern doch noch einem Mädchen nachgestiegen. Ich kratze mich am Hinterkopf und stelle fest dass ich erstens unter die Dusche muss und zweitens ne lückenhafte Erinnerung hatte.

Laaangsam beuge ich mich runter. Trotzdem wird mir etwas schwindelig. Kein Name, kein Poststempel auf dem Kuvert. Parfüm. Ich hatte es schon Mal gerochen. In dieser einen Nacht. Die Finger beginnen mir zu zittern.

Ich öffne ihn. Mädchenhandschrift:

Morgen. 22 Uhr. Bei mir.

Maria.

Ich schlucke und sinke an die Wand gelehnt auf den Boden. Was sollte das hier? Ein weiterer Scherz? Oder, oder war es ihr wirklich ernst? Scheisse was geschieht mit mir.

Frag jeden Mann wie lang er einen Porno schaut. Zwei Sekunden nach dem er abgespritzt hat, ist der Porno aus, da uninteressant. Es geht doch nur darum!

Warum geht sie mir nicht aus dem Kopf. Demonstrativ blicke ich auf meinen Brustkorb. Ist es das? Liebe? Blödsinn.

Ich dusche.

Kalt.

Soll ich hingehn? Natürlich werde ich hingehn. Ich musste sie aus dem Kopf kriegen und das war der erste Schritt. Ich musste mich überzeugen dass sie nichts mehr ist als eine weitere Frau.

Schlafen konnte ich erst nach zwei Eßlöffel Baldrian. Ob sie gewirkt haben, oder ob es der Glaube war dass sie wirken, sei dahin gestellt. Ich holte auf jeden Fall den Schlaf des vorigen Abends nach.

Tom erzählte ich nichts. Er brauchte das nicht zu wissen. Schlimm genug dass ich es ihm mit Sarah verdorben hatte.

So kommt es dass ich frisch geduscht, gestriegelt und geschniegelt Punkt zehn vor ihrer Tür stehe. Das Herz in der Hose oder schlägt es im Hals? Adrenalin durchflutet mich. Der Zeigefinger zittert etwas als ich die Klingel anvisiere.

Ding-Dong

Ich atme ein. Da musst du jetzt durch.

Die Tür öffnet sich. Und da steht sie. Ihre Haare sind nass und dadurch etwas dünkler als ich sie in Erinnerung habe. Sie steht in einem Schlafanzug in der Tür. Die Augen weit offen und der Mund klappt runter.

„Duuuu?“

„Was? Ich meine…“

Was wurde hier gespielt? Nach zwei drei Schrecksekunden greife ich in die Jackeninnentasche und fordere den Brief zu Tage. Demonstrativ halte ich ihn ihr unter die Nase.

„Dann ist der nicht von dir?“

Sie schüttelt langsam den Kopf.

„Ich weiß nicht was du meinst?!?!“

Scheisse. Wer hat den Brief geschrieben? Wer wusste von mir, ihr und wo ich wohne… Es gab nur eine Antwort: TOM. Ich bringe den Kerl um. Was hat er sich dabei gedacht? Hat er überhaupt gedacht?

„Verzeih die Störung.“

Zack, mit einer flinken Bewegung hat sie den Brief aus meiner Hand geschnappt und öffnet ihn.

„Vermutlich mein “, murmle ich und hebe entschuldigend die Schultern. ICH BRINGE DEN KERL UM.

„Sorry, nochmal“, ich mache eine winkende Handbewegung.

Mit ein paar Schritten bin ich beim Aufzug und ich drücke den Knopf.

„Warte.“

Ich verharre und dreh mich zu ihr um. Dort steht sie mit ihrer perfekten Figur ihrem perfekten Gesicht. Diese so schöne aber so giftige Schlange.

„Warte. Das ist die Handschrift von Sarah.“

„Von.. von deiner ?“

Aber?! Sie winkt mich zu sich heran. Stimmt. Tom hätte zwar selbst die Schrift fälschen können oder eine Bekannte drum bitten, aber das Parfum passte.

„Mhm.“

Sie geht in die Wohnung, ich folge ihr.

„Du weißt wirklich nichts davon“, frage ich nach.

„Nein“, antwortet sie etwas verärgert. „Ich war bis eben noch mit ihr unterwegs, aber sie sagte sie müsse morgen früh raus.“

„Dann hat sie…. und Tom.“ Das Puzzle beginnt sich zusammenzusetzen, das Motiv wird klarer erkennbar. War es kein Zufall dass vorgestern die Jungs….

„Wahrscheinlich“, murmelt. Sie ist selbst in Gedanken.

„Warum warst du vorgestern im Clumsys?“

„Sarah wollte unbedingt dorthin.“

Dann hatten meine Freunde nicht zufällig an diesem Tag Männerabend. Tom wusste dass er mich damit sicher aus meiner Wohnung kriegt. Und als ich nicht auf Maria angesprungen bin, obwohl er mich gedrängt hat, hat er den Brief geschrieben. Zusammen mit Sarah. Also standen die Beiden in Kontakt. Waren, waren sie ein Paar? Blödsinn! Oder doch?

„Ich brauch nen Schluck“, ihre Stimme zittert. „Auch?“

„Wenn es keine Umstände macht.“

Ich setze mich auf die Couch im Wohnzimmer und lasse meinen Blick schweifen. Diesmal sieht alles anders aus. Neben dem Fernseher ein Bücherregal. Viele Bücher darin. Ein Fernseher, ein kleiner Tisch und ein paar Bilder.

„Hier“, sie reicht mir ein Glas mit Whisky und nippt am eigenen.

„Danke.“

Der scharfe Geschmack ordnet ein wenig meine Gedanken. Bringt mir ein wenig Ruhe.

„Was denen so daran liegt dass wir uns treffen. Ob die Beiden zusammen sind?“, murmelt sie.

„Ich weiß nicht. Die letzte Zeit war ich kaum mit Tom unterwegs.“

„Warum nicht?“

„Ist ne andere Geschichte“, weich ich aus. Ich kippe den restlichen Schluck Whisky weg und lasse mir den Anblick von Maria noch einmal auf der Zunge zergehn. Wie sie da sitzt in ihrem Satinschlafanzug, mit den Beinen übers Kreuz geschlagen.

„Nun denn. Da werd ich jemanden gewaltig den Kopf waschen“, ich grinse unsicher und steh auf.

„Willst du ficken?“

Ich glaube meinen Ohren nicht zu trauen.

„Bitte wie?“

„Naja, ficken. Du weißt schon. Blümchen und Bienchen unso“, ihre Stimme ist wieder fest und bestimmend. „Es ist noch nicht spät und so. Vor hast du wohl auch nichts.“

„Aber, aber..“, völlig irritiert stammle ich vor mich hin.

„Na komm schon“, sie nimmt mich an der Hand und zieht mich Richtung Schlafzimmer. Was ist jetzt bloß los? Weiß sie doch vom Brief?

Mit einer Hand öffnet sie die Schlafzimmertür und dreht den Deckenleuchter auf, mit der andern zieht sie mich mit sich. Völlig perplex sehe ich wie sie auf der anderen Seite des Doppelbetts ihr Oberteil auszieht. Im dämmrigen Licht des Deckenleuchters wirft sich ihre Silouette als Schatten auf die Wand. Was für eine Figur. Ihr blondes Haar streicht sie über die Schultern zurück. Dann folgt die Hose.

WAS IST HIER LOS?

Ich stehe komplett neben mir. Wie ein Beobachter sehe ich mich wie auch ich mich langsam ausziehe. Stück für Stück, Teil für Teil. Ich lege mich aufs Bett. Sie liegt mir nun direkt gegenüber.

„Komm“, flüstert sie.

Ich strecke meine Hand nach ihr aus, führe die Bewegung aber nicht zu Ende. Sie lächelt. Ich habe verstanden und ziehe meine Hand wieder zurück.

Ich dreh mich auf den Rücken und starre auf die Decke. Neben mir eine Frau mit dem Körpper einer Göttin und ich fühle nichts.

„Willst du nicht“, fragt sie.

Ich atme ein.

„Ich weiß was für ein Spiel du spielst“, sage ich.

„Ich weiß“, haucht sie. „Du spielst es doch auch.“

Recht hatte sie. Sie wusste es, ich wusste es. Nur dass es diesmal anders war. Kann jemand der Sex mit Spaß gleichsetzt überhaupt Liebe empfinden? Dieses „Willst du mit mir gehen“ in der Schule hab ich schon damals als kleinkindisch abgetan. Wusste ich doch ganz genau dass sowas nicht von Dauer war. Warum selbst Fehler machen und den Schmerz empfinden wenn man sie bei anderen beobachten kann?Aber wollte ich nicht damals gerade das? Das Händchen halten, das vorsichtig küssen.

Doch lebt man nicht nur einmal? Sollte man das Leben nicht in allen Facetten auskosten? Früher oder später sterben alle die du kennst, oder du stirbst vor ihnen. Das ist ein unumgänglicher Fakt. Und in spätestens zweihundert Jahren kennt niemand mehr deinen Namen. Also warum es nicht einmal versuchen?

Ich drehe mich wieder zu ihr. Sie liegt noch da, ihre Augen starren mich an.

„Woran denkst du“, fragt sie, jetzt etwas unsicherer.

„Über mich nach“, antworte ich wahrheitsgemäß.

„Ich habe mir eine Welt aufgebaut“, fahre ich fort, „in der ich alles durchdacht habe. Gott, Politik, Tierhaltung, Veganismus und so weiter. Ich habe mir viele Fragen gestellt und stelle sie mir noch und versuche sie bestmöglich zu beantworten. Dennoch bleibt die Frage ob ich glücklich bin.“

„Ahja“, sagt sie etwas herablassend. Ich ignoriere es.

„Vor allem habe ich Wände aufgebaut. Riesige Mauern, bestehend aus Idealen um mich vor jeglichem Schmerz zu schützen. Ich nehme Frauen wie Alkohol, vergesse ihre Namen und was ich mit ihnen geredet hab so schnell wie möglich. Jede Bindung an jemand anderen kann dir etwas Glück geben aber auch so viel Schmerz.“

„Hmm.“, ich stimme sie wohl nachdenklich.

„Dennoch“, fahre ich fort. „Bei dir ist es anders. Ich komm dir jetzt nicht mit Liebe oder so. Aber ich krieg dich nicht aus meinen verdammten Hirn. Sag mir bitte warum! Bitte!“

„Hmmm. Wahrscheinlich hast du noch keine Frau getroffen die so wie ich ist.“

„Wahrscheinlich. Hoffentlich. Hoffentlich ist es nicht mehr als das.“

„Meinst du“, fragt sie.

„Dennoch. Ich werde dir von mir erzählen.“

Ich atme tief ein. Die Vernunft in mir schreit es nicht zu tun. Mein Schwanz schreit nach ihrem Körper. Und mein Herz? Es verlangt wohl nach ihr und dem was ich gerade tun will.

„Geboren bin ich am….“

Und so erzählte ich ihr alles was ich wusste und mir wichtig war. Ich redete und redete. Mir war egal ob sie zuhörte oder nicht. Ich legte ihr alles zu Füßen. Von der Schule, meinen Freunden, meiner und vielem mehr. Es gab nur sehr wenige die so viel über mich wussten. Man konnte sie an einer Hand abzählen.

„Nun denn.“

Es durfte schon nach Mitternacht sein. Egal, nehm ich mir ein Taxi. Ich stehe auf und suche nach meiner Boxershort. Finde sie. Hebe sie auf.

„Geh nicht“, flüstert sie. Ich verharre.

„Bitte“, ihre Stimme scheint zu zittern. Ich blicke auf sie. Die ganze Zeit hab ich versucht ihren Blick zu meiden. Ihre Augen sind glasig. Ich habe ihr alles gesagt. Für sie bin ich zum Tor gegangen und habe sie eingelassen in meine Festung. Das wusste sie wohl. Ich habe alles vor ihr ausgebreitet habe ihr somit jede Chance gegeben mich zu verletzen. Habe den Kampf aufgegeben mich dem System entledigt.

„Bitte“, sagt sie noch einmal beschwörend. Ich setze mich wieder aufs Bett

Sie rutscht zu mir rüber, zieht meinen Oberkörper aufs Bett. Spielt sie mit mir? Lacht sie mir gleich ins Gesicht? Es ist mir egal. Sie kuschelt ihren Kopf an meine Brust. Ihre Haare kitzeln mich leicht.

Ihre Wärme tut gut. Ich lege den Arm um sie, drück sie fester an mich ran. Ihr Körper ist bereits etwas kühl. Dann etwas Warmes auf meiner Brust: Sie schluchtzt leise.

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